18.000 Mitarbeiter werden bei MGM entlassen

Aufgrund einer finanzielle Krise und folglichen schweren Verlusten muss der US-amerikanische Spiel- und Unterhaltungs Riese MGM, 18.000 Mitarbeiter entlassen. Etwa ein Viertel der amerikanischen Mitarbeiter ist von diesem Schritt betroffen. Der Hauptstandort für Massenentlassungen ist Las Vegas, welcher eigentlich das Mekka des Glücksspiel ist. Laut CEO Bill Hornbuckle wird die Implementierung Ende August (31. August) beginnen.

Selbst MGM Hotels sind kaum ausgelastet

Obwohl die Gewerkschaften große Anstrengungen unternommen haben, um die Arbeitsplatzsicherheit für amerikanische Casino-Mitarbeiter zu gewährleisten, leidet die Branche unter zunehmender Arbeitslosigkeit. Der neue traurige Anführer ist der Casino-Riese MGM, der letzte Woche unglaubliche 18.000 Entlassungen angekündigt hat. Das Unternehmen ist bekannt für seine MGM Grand-, Bellagio- und Mandalay Bay MGM-Hotels und leidet derzeit unter einer niedrigen Hotelauslastung.

Nach eigenen Angaben sind diese Hotels derzeit nur zu 43% belegt, was weniger als der Hälfte des Vorjahres entspricht. In letzter Zeit haben lächerliche Preise auch eine wirtschaftliche Katastrophe gezeigt: Zimmer in Hotels wie dem MGM Grand kosten weniger als 50 US-Dollar pro Nacht. MGM teilte dem Wall Street Journal mit, dass es Ende August zu einer Welle massiver Entlassungen kommen werde.

Der Großteil der Mitarbeiter welche von dieser Situation betroffen sind, sind in Las Vegas stationiert. Die finanzielle Situation sowie neue Auflagen erschweren es dem Unternehmen, Arbeitsplätze zu halten. Unternehmen können immer noch nur die Hälfte ihrer Arbeitskräfte einsetzen. In Nevada schreibt das Gesetz vor, dass Arbeitgeber allen Arbeitnehmern ein Enddatum für den Urlaub geben müssen, es sei denn, sie dürfen nach sechs Monaten wieder arbeiten, was die Lage weiter verschärft.

CEO Bill Hornbuckle sagte, das es eine wichtige und einschneidende Entscheidung sei, und die Frist für Entlassungen sei der 31. August. Der General Manager sagte, dass MGM Resort aufgrund schwieriger Finanzlage, weiterhin mit einem starken Umsatzrückgang zu kämpfen habe. Die Entlassungen betreffen etwa ein Viertel der US-Mitarbeiter von MGM, welches vor der jetzigen finanziellen Situation ungefähr 68.000 Mitarbeiter beschäftigt hatte.

Der Riese steht mit dem Rücken zur Wand

Anhand der aktuellen Schlüsseldaten lässt sich erkennen, wie schwerwiegend die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Gruppe sind: MGM verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 einen Nettoverlust von 50,4 Mio. USD. Der Nettogewinn zum 30. Juni betrug 2,54 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 60,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es erzielte einen Umsatz von 6,4 Milliarden US-Dollar.

Der Umsatz aus dem Casino Betrieb verzeichnete im ersten Halbjahr einen Verlust von 1,22 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 61,1% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 entspricht. Der Hotelumsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 59,9% auf 465,6 Mio. USD zurück, während der Umsatz mit Lebensmitteln und Getränken gegenüber dem Vorjahr um 60,0% auf 426,5 Mio. USD zurückging.

Aufgrund von globalen Einschränkungen wurden die Einnahmen von MGM in Asien besonders gelähmt, insbesondere was das Casino in Macau betrifft. Die Einnahmen in Macau gingen um volle 78,8% auf 306,6 Millionen US-Dollar zurück. In Anbetracht der Verluste sprach Bill Hornbacker von beispiellosen Herausforderungen. Wie die Entwicklungen in Zukunft ausfallen ist völlig unvorhersehbar. Es bleibt daher abzuwarten, ob die jetzige finanzielle Krise noch mehr Beschäftigungsplätze kosten wird.

Vor allem der Standort Las Vegas leidet

Die verschärfte Lage begünstigt nicht nur Massenentlassungen, sondern auch die neuen Bestimmungen und Auflagen im Casino Bereich schränken den Spielbetrieb aktuell stark ein. Aktuell ist den Casino Betreibern nur die Nutzung der Hälfte seiner Mitarbeiter erlaubt. Darüber hinaus gelten für Tischspiele Spielerbeschränkungen. Beispielsweise ist beim Black Jack die Anzahl der Personen an jedem Tisch auf drei begrenzt, und beim Poker und Roulette sind nur bis zu vier Spieler zulässig.

Casino Betreiber sollten zudem sicherstellen, dass Spielautomaten so eingerichtet sind, dass eine ausreichende soziale Distanz hergestellt wird. Des weiteren soll vermieden werden, dass sich am Eingang und an den Tischen lange Schlangen bilden, um eine allgemeine Sicherheit gewährleisten zu können. Doch dies sind nur ein kleiner Teil der neuen Auflagen, welche den UNternehmen im Glücksspiel Sektor stark zusetzen. Konzerte, Sportveranstaltungen und andere Live-Veranstaltungen dürfen bis auf weiteres nicht mehr abgehalten werden. In diesem Zuge ist das Glücksspiel Paradies in Las Vegas keineswegs mehr dasselbe. Bis wann sich eine Besserung einstellt ist bislang noch unklar.

Nicht nur in den USA eine Entlassungswelle

Aber nicht allein in Las Vegas, sondern weltweit sind Casinos derzeit in der finanziellen Krise. In Europa beispielsweise machte Casinos Austria im Rahmen eines Umstrukturierungsplans Schlagzeilen, als mehr als 500 Mitarbeiter entlassen wurden. Darüber hinaus kündigte der britische Glücksspiel Riese Genting UK an, 1.642 Mitarbeiter zu entlassen. Es gibt sogar Gerüchte, dass man sich hier vom Markt vollständig zurückziehen wird.

In Macaus asiatischem Glücksspiel Gebiet ist der Umsatz um volle 97% gesunken, und derzeit sind mehr als 5.200 Arbeitsplätze gefährdet. Große Betreiber wie New Mel Boya, Wynn oder Las Vegas Sands Group haben eigentlich überhaupt keine Einnahmen.

Doch MGM ist in den USA nicht der einzige Casino-Betreiber, der Entlassungen angekündigt. Boyd Gaming gab ebenfalls erst kürzlich bekannt, dass rund 2.500 seiner Mitarbeiter entlassen werden. Die Metropolitan kündigte außerdem an, 3.100 Stellen abbauen zu müssen, um einem Bankrott entgehen zu können. Das Circus Circus und Tropicana haben ebenfalls noch weitere Entlassungen angesetzt, da die Mitarbeiter in der jetzigen Lage nicht gehalten werden können. Letzterer gehört dem Markt Giganten Penn National Gaming, der zu allem Überfluss erst letzte Woche zusätzliche Entlassungen angekündigt hat. Wie es aktuell den Anschein hat, nehmen die drastischen Entwicklungen bislang kein Ende. Wie und bis wann sich der Markt erholen wird, steht bislang noch in den Sternen.

Alexander Wellinger Photo Alexander Wellinger

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