Chefs werden bei Lotto entlassen

Maren Sieb und Ralf von Einen sind nun nach einem Marathon von Zeugenbefragungen bezüglich Geschäftsprozesse die rechtswidrig sind bei Lotto Sachsen-Anhalt mit sofortiger Wirkung fristlos entlassen worden. Bereits Mitte September war es zu der offiziellen Ausrufung gekommen, die beiden haben aber dennoch nach wie vor ihr Gehalt weiterhin erhalten. Zusätzlich ist auch über eine Abfindung geredet worden. Aber was war denn eigentlich los und wie lauten die Vorwürfe. Mit welcher weiteren Entwicklung ist denn nun zu rechnen.

Ein langer Rechtsstreit soll verhindert werden

Die beiden Chefs von Lotto Maren Sieb und Ralf von Einem wurden nun fristlos durch Michael Richter (CDU) dem Finanzminister in Sachsen-Anhalt gekündigt. Der Vorwurf lautet Verwicklungen in Sportwetten und Versäumnisse. Die beiden sollen es versäumt haben fragwürdige Geschäftsvorgänge dem Aufsichtsrat von Lotto zu melden. Zum 19. Oktober 2020 ist das Arbeitsverhältnis fristlos gekündigt worden so ein Bericht der MZ (Mitteldeutsche Zeitung). Was dabei nun die genauen Gründe sind ist nicht bekannt aber es gibt wohl neue Erkenntnisse.

2019 wurden die ersten Zeugenbefragungen durch den parlamentarischen Untersuchungsausschuss geführt und dieser soll nun angeblich neue Befragungen mit den beiden Chefs geführt haben. Alle beide haben nach ihrer Freistellung weiterhin ihre Gehälter erhalten und es wurde sogar von einer Abfindung geredet. Dennoch wollte das Bundesland verhindern, dass es lange Rechtsstreitigkeiten gibt. Und daher kam es auch schon kurz darauf zu der fristlosen Kündigung.

Der Untersuchungsausschuss hat berichtet es sind zwar durch die beiden Geschäftsführer Geldwäsche Experten eingesetzt worden. Aber dennoch sind die auffälligen Geschäftsvorgänge nicht gemeldet worden, weder der Glücksspielaufsicht noch dem Aufsichtsrat. Die Glücksspielaufsicht hat bereits gesagt sie werden gegen die beiden Chefs eine Klage bezüglich Ordnungswidrigkeit einleiten. Ob es diesbezüglich zu einem Prozess vor Gericht kommen wird ist noch unklar.

Was die Vorwürfe an die beiden betrifft so sind diese sehr vielseitig und auch von einer gewissen Schwere. Maren Sieb ist mir dem Vorwurf der Vetternwirtschaft und Veruntreuung schon seit Mitte des Jahres 2019 konfrontiert. Auch was das Personalwesen betrifft so gibt es viele Unstimmigkeiten. Hinzu kommt es gab Spieleinsätze die außergewöhnlich hoch sind. In Zerbst kam es in einer Lottofiliale hohen Gewinnausschüttungen und Spieleinsätzen und diese haben für Schlagzeilen gesorgt. Die AFD-Landtagsfraktion hat diese ganze Sache erst ins Rollen gebracht mit einer Strafanzeige gegen Maren Sieb beim Verwaltungsgericht in Magdeburg. Diese aber hat die Vorwürfe abgestritten und die dagegen gewehrt.

Das Vertrauen ist gebrochen

Thomas Webel (CDU) ist Verkehrsminister in Sachsen-Anhalt und dieser ist gleichzeitig auch Aufsichtsrat bei Lotto. Er sagt nun die auffälligen Vorgänge in der Filiale in Zerbst seien der Grund für die Kündigung der beiden verantwortlichen Chefs. Diese hohen Spieleinsätze die alles andere als normal sind wurden nicht von den beiden bekannt oder transparent gemacht. Es gab weit über 100.000 Euro an Wetteinsätzen von neun Spielern und das innerhalb nur eines Jahres. Alle Wetten sind dabei platziert worden bei Oddset.

Weiterhin ist aufgefallen es ist zu außergewöhnlich hohen Gewinnauszahlungen in dieser Filiale gekommen. Die Frage nach dem woher das Geld gekommen ist, ist nach wie vor unbeantwortet. Daher kam auch der Verdacht der Geldwäsche auf. Sehr verdächtig ist dabei auch, der Ehemann von Maren Sieb war an der Entwicklung einer neuen Software von Lotto maßgeblich beteiligt. Natürlich liegt es da auf der Hand, dass bezüglich dessen weitere Fragen aufgekommen sind. Die Filiale hat mittlerweile nicht mehr geöffnet.

Michael Richter der Finanzminister hat eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen, dass es sich laut seinen Worten um ein geschäftsschädigendes Verhalten handelt. Diese Entscheidung beruht auch darauf, weil das Vertrauen gebrochen ist. Die Chefs haben Informationen zurückgehalten und diese nicht weitervermittelt. Von Einem und Sieb aber sagten sie haben alles getan um dem Gesetz gerecht zu werden, sie haben alles an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Aber dennoch ist Lotto Sachsen-Anhalt immer weiter in die Kritik geraten und die Lage hat sich immer weiter zugespitzt.

Schon im Jahr 2018 haben andere Lotto Verbände aus anderen Bundesländern darauf aufmerksam gemacht in Zerbst kommt es zu dubiosen und sehr merkwürdigen Vorgängen und das hat die Situation um ein weiteres angeheizt. Die Geschäftsstelle in Sachsen –Anhalt wurde zum Beispiel von Lotto Bayern angeschrieben. Auch aus Niedersachsen gab es Bedenken bezüglich geschäftsschädigenden Verhaltens. Beide Lottostellen haben auch Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss gemacht. Selbst in Maßnahmenkatalog wurden Lotto Sachsen-Anhalt durch die Gesellschaften übersendet. Darin gab es einen Vorschlag bezüglich eines Einsatzlimits. Die Reaktion die es daraufhin gab war alles andere als ausreichend.

Im Fokus steht die Fördermittelvergabe

Lotto Sachsen-Anhalt wird im Weiteren zum Vorwurf gemacht auch bei den Fördermitteln kann es zu Unstimmigkeiten. Das Gesetz sagt diesbezüglich aus, die Aktionen sollen ein weites Spektrum abdecken. Dennoch kam es gerade in Sachsen-Anhalt zu einer ganzen Reihe Vorgängen die sehr viele Fragen bezüglich Förderungen aufwerfen. Insgesamt 273.000 Euro Fördergelder soll das Goethetheater Bad Lauchstädt erhalten haben.

Die gesetzliche Vorgabe liegt bei 75.000 Euro was an Fördermittel vergeben werden kann. Was bedeutet diese sind um das Dreifache überstiegen. Auch die Förderfähigkeit dieser Institution wirft viele weitere Fragen auf. Das Goethe Theater ist zu 100 Prozent eine Organisation des Landes. Die Kulturbetriebsgesellschaft wird ebenfalls von dem Land Sachsen-Anhalt vertreten, das Finanzministerium ist dabei der Hauptgesellschafter. Landeseinrichtungen sind vom Erhalt von Fördermitteln ausgeschlossen so sagt es das Gesetz.

Andere Bundesländer kommen nun hinterher und fordern mehr Transparenz, so zum Beispiel das Land Thüringen. Auch der Rechnungshof hat gesagt es ist nicht nachvollziehbar wohin die Fördergelder gehen und wofür die verwendet werden. Alle Details regelt das Thüringer Glücksspielgesetz. Geregelt ist darin, dass die Fördermittel ausschließlich an soziale, Umwelt aktivistische, sportliche oder kulturelle Instanzen vergeben werden dürfen.

Alexander Wellinger Photo Alexander Wellinger

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