Eignet sich Crown für eine weitere Lizenz?

Gegen den Casino Riesen Crown aus Australien spitzen sich die Untersuchungen bezüglich der Geldwäsche Vorwürfe immer mehr zu. Mittlerweile gab es schon 48 Sitzungen dabei sind Führungskräfte und Zeugen verhört worden. Ermittler und Vertreter aus der Politik sind nun nach diesen Sitzungen zu dem Entschluss gekommen, dass der Glücksspielanbieter für eine weitere Lizenz vollkommen ungeeignet ist. Geplant wird von Crown in Barangaroo Sydney ein weiteres drittes Casino. Das Vorhaben befindet sich auch mittlerweile bereits in der Bauphase. Gibt es denn jetzt noch eine Zukunft für diesen Standort?

Aussetzung vom Ex-Leiter der ILGA gefordert

Crown Resorts ist der größte Glücksspielkonzern in Australien und kommt jetzt nach 48 Sitzungen und einem Marathon von Verhören immer mehr unter Druck. Die Sitzungen und Verhöre wurden von der Independent Liquor and Gaming Authority, ILGA Glücksspielbehörde geführt. Chris Sidoti der Ex Leiter und Vorsitzende des ILGA von 2008 bis 2016 spricht ganz klare Worte er ist der Ansicht, Crown ist vollkommen ungeeignet eine weitere Lizenz zu erhalten.

Sidoti ist zumindest der Meinung es solle auf jeden Fall zu einer Aussetzung der Lizenz kommen. Und zwar solange bis es zumindest zu einem Ergebnis der Untersuchungen gekommen ist und diese abgeschlossen sind. Der Hintergrund der Vorwürfe sind die kriminellen Machenschaften eines Junket Operator (Suncity) aus China. Hier kam es zu erheblichen Versäumnissen Geldwäsche in Perth und Melbourne von Crown verhindert zu haben. Von Seiten des Konzerns gab es angeblich keine Überprüfung der geschlossenen Partnerschaft und das obwohl es bereits im Jahr 2014 zu Ungereimtheiten bezüglich krimineller Aktivitäten und Verbindungen gekommen ist.

Im August 2019 sind die Vorwürfe gegen den Konzern erhoben worden doch bis heute noch werden diese von Crown komplett abgestritten. Der CEO von Crown Ken Barton hat Mängel an den geschäftlichen Prozessen und auch Sicherheitslücken eingeräumt. Der Junket Operator Partner von James Packer dem ehemaligen Chef des Konzerns soll angeblich Verbindungen nach China und dem organisierten Verbrechen gehabt haben. Und dennoch hatte er die Möglichkeit vollkommen ungestört in den Casinos zu agieren und konnte dort Goldwäsche ungehindert betreiben.

Junket Operators haben die Aufgabe sehr reiche Menschen anzuwerben und diese zu begleiten und zu betreuen im Bereich der Casino Reisen. In der Regel erfolgt das über Agenturen. Die Gelder der Kunden werden dann auch betreut und es gibt entsprechende Tipps über die perfekten Möglichkeiten des Gewinnens. Die australische Behörde duldet dieses Geschäftsmodell und es ist auch vom Gesetz her erlaubt. Aber es dürfen keine Gäste aus China beteiligt sein, denn in diesem Land ist das Glücksspiel komplett verboten. Schaut man sich die Crown Affäre genauer an, so ist festzustellen, dass auch das Konsulat in Australien beteiligt gewesen ist. Denn entsprechende Visa werden immer von dem zuständigen Konsulat ausgestellt.

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Die Politik ist gegen die Lizenz

Im Fokus der Ermittlungen steht nun die Frage im Raum ob es denn bereits im Jahr 2014 eine Zusage für eine weitere nun dritte Lizenz für Casinos geben sollte. In Sydney und zwar in Barangaroo ist nun das Resort welches 2,4 Milliarden schwer ist und genau dieses wurde im Jahr 2012 bereits durch James Packer angepriesen. Mittlerweile hat sogar die Bauphase begonnen und die Eröffnung sollte im Jahr 2021 sein. Folge ist nun der Bau wird sich durch die laufenden Ermittlungen sicher noch weiter verzögern und es geht noch weiter denn der Erhalt der Lizenz steht komplett auf dem Spiel.

Der EX Leiter der ILGA Sidoti hat gefordert eine erneute Überprüfung der Lizenz auf deren Rechtmäßigkeit zu veranlassen. Er aber ist nicht der Einzige denn die Forderung kommt auch von Juristen und Abgeordneten. Jamie Port hat sich nun auch zu Wort gemeldet er ist Politiker bei den Grünen und der Sprecher seiner Partei für die Bekämpfung von Korruption. Er finde es sehr fragwürdig warum es denn noch immer nicht dazu gekommen ist die Lizenz zurückzunehmen. Für ihn aber wird deutlich wie die Regierung durch diesen Milliardenschweren Konzern eingeschüchtert wird.

Die Glücksspiel Lizenz für NSW (New South Wales) wäre absolut falsch für den Anbieter und das wäre auch nachzuweisen, so die Ansicht des Abgeordneten. Nun wäre es sehr wichtig bis es zu einer Entscheidung gekommen ist was die Affäre betrifft die Lizenz zumindest auszusetzen. Die Fragen und zwar alle sind zu veröffentlichen und zu klären und da ist nun einfach die ILGA am Zuge. Bedenken hat auch Sophie Cotsis aus der NSW-Labor Opposition und Glücksspiel Sprecherin geäußert. Es ist schon sehr schockierend was bei Crown vorgefallen ist und sie erwartet diesbezüglich auch eine lückenlose Aufklärung.

Auf Lizenzverstöße wird juristisch hingewiesen

Adam Bell ist ein Unterstützer und Anwalt des ILGA Untersuchungsausschusses. Er hatte erst jetzt in einem Interview der SMH einer Tageszeitung aus Australien seine Einwände gegen die Lizenz geäußert und erklärt. Für das neue Casino in Barangaroo ist der Glücksspielkonzern kein passender Partner für eine Lizenz. Das Unternehmen hat der derzeit Probleme die zu eskalieren drohen. Was nun also eine ganz klare Ansage des Juristen ist.

Dabei ginge es dem Juristen nicht nur um die merkwürdigen Geschäftsvorgänge von Crown mit dem Junket Operator. Sondern es werden noch weitere Vorgänge bemängelt. James Packer der Ex-Firmeninhaber und Hauptanteilseigner soll angeblich fragwürdige Deals mit Aktien mit Lawrence Ho geplant haben. Bei Ho handelt es sich um den Eigentümer von dem Casino Melco welches in Hongkong stationiert ist. Der Vater von Ho, Stanley Ho ist Ex-Melco-CEO und ist ebenfalls mit dem chinesischen organisierten Verbrechen in Verbindung gewesen und soll mit dem Verbrechersyndikat kooperiert haben.

Die Lizenzvereinbarungen die im Jahr 2014 getroffen wurden sprechen eine ganz eindeutige Sprache. Hier steht eindeutig Crown darf in keiner Weise mit Personen geschäftliche Beziehungen eingehen die in irgendeiner Art und Weise in Verbindung mit dem EX-Melco-CEO stehen. Trotz dieser Vereinbarung soll Packer dennoch den Versuch gemacht haben mit Hos Sohn Aktiengeschäfte zu tätigen. Ein Preis von etwa 2,5 Milliarden Dollar wurden Ho für 20 Prozent seiner Anteile geboten. Seit Juni 2019 wurden erste Beträge bezahlt genauer gesagt 1,2 Milliarden Dollar. Ende September 2019 sollten die Vorgänge dann komplett abgeschlossen sein.

Bell ist der Ansicht mit dieser Vorgehensweise wurde ganz klar gegen die Vereinbarungen der ILGA verstoßen und eben missachtet. Das Verhalten ist Rücksichtslos und inakzeptabel. Gleichzeitig weist es darauf hin wie hoch das Problem bezüglich der Geldwäsche ist. Die ILGA wird jetzt die Untersuchungen fortsetzen. Wie sich das alles weiter entwickeln wird ist mit Spannung abzuwarten.

Alexander Wellinger Photo Alexander Wellinger

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