Handlungen gegen Spielabsprachen

Auch die europäische Union hat ein Polizeirevier. Dieses wird Europol genannt. Der Hauptsitz befindet sich in Den Haag. bereits vor kurzem wurde von dort aus gewarnt, dass man sich mehr auf Wettmanipulationen konzentrieren würde. Im gleichen Atemzug wurde versucht klarzumachen, dass der private Sektor genauso wie der öffentliche Sektor bei diesem Problem zusammenarbeiten müsse. Immer häufiger werden Manipulationen in der Glücksspiel Welt ins Zentrum gerückt. Erst vor kurzem hatte unter anderem Spanien und weitere Länder einen Plan veröffentlicht, welcher zur besseren Kontrolle dienen sollte. Welche Maßnahmen dies im Einzelnen betrifft klären wir im folgenden Verlauf.

120 Millionen € als illegal deklariert

Die Glücksspielaufsicht von Malta hatte bereits Ende Mai ein neues Konzept auf dem Markt gebracht, welches sich gegen die Manipulation von Wetten richtete. Auch Europol wird nun nachziehen. Demnach sollen private Betreiber noch mehr mit öffentlichen Betreibern zusammenarbeiten, damit es zu keinen illegalen Absprachen im Spiel Sektor mehr kommen kann. In dem vorliegenden Bericht, teilt man unter anderem Kenntnisse mit, wie globale Gruppierungen in diesem Sektor agieren und sich unlauter an manipulierten Spielen bereichern.

Ein Dienstleister für Sportdaten hatte herausgefunden, dass es nicht weniger als jährlich circa 120 Millionen seien, die durch kriminelle Energien und deren Aktivitäten eingenommen würden. Bei dem Dienstleister handelt es sich um Sportradar, einer sehr bekannten Firma aus St. Gallen in der Schweiz. Sportradar hat sich nur auf die Daten von sportlichen Ereignissen spezialisiert und bemerkte und bemerkt dadurch natürlich sofort, wenn ein Spiel nicht so verläuft, wie es sollte.

Des Weiteren werden Gruppierungen dieser Art neuerdings wie organisierte Syndikate des Verbrechens eingestuft. Sie handeln gleich der Mafia und müssen demnach auch so behandelt werden.
Europol gab weiter bekannt, dass diese Verbrecher bei den kleinsten Sportvereinen handeln, nicht aber bei den größeren. Nur dort wo man leicht an den Spieler und sämtliche Mitarbeiter käme, wäre das Geschäft auch lukrativ. Dabei haben sie sich nicht auf irgendwelche Sportarten festgelegt, sondern sind hier sehr flexibel. Fußball ist natürlich immer noch der größte Akteur auf dieser Bühne, da es für kleinere Vereine hier kaum Kontrollen gibt.

Da sich die Schlinge im Fußball jedoch langsam zuzieht, wurde seitens Europol festgestellt, dass auch im Tennis die Spielabsprachen um eine Vielzahl zugenommen haben. Waren es 2016 noch elf Spiele, die als manipuliert galten, lag diese Zahl ein Jahr später schon bei 236 Spielen. 2018 ist die Zahl leicht zurückgegangen, da es hier nur 191 Spiele waren.

Die Digitalisierung ist gefährlich

Europol warnt davor, dass die Digitalisierung gerade auf dem Wettmarkt sehr gefährlich sei. Gerade über online Wetten ließen sich kriminelle Machenschaften nie leichter erledigen und schwerer nachzuvollziehen. Die neuen Technologien geben diesen Kartellen bereits einfachsten Wege vor, an das unrechtmäßige Geld zu gelangen.

Dabei setzen diese Verbrecher oftmals auf die Geschwindigkeit der Digitalisierung. Dies ist auch ein Grund, warum sich immer mehr Ligen im Sport auf Dienstleister wie beispielsweise Sportradar verlassen, die diese Machenschaften aufdecken können.

Doch nicht nur dass man versuche dadurch sehr viel Geld in die eigene Tasche zu wirtschaften, nein mittlerweile werden Spielmanipulationen auch zur Geldwäsche genutzt. Dies sei mit falschen Identitäten und deren Konten überhaupt kein Problem im Internet. Damit würde dann auf vorher besprochene Spielausgänge gewettet und das eingesetzte Geld sei wieder sauber.

Ein neuer Ansatz wird gefordert

Europol kam im Zusammenhang mit diesem Bericht zu einer Vielzahl an wichtigen Schlussfolgerungen. Man äußerte sich sehr negativ darüber, dass viele dieser Verbrechen nicht als organisierte Straftat angesehen würden, sondern vielmehr die Integrität des ganzen Sportfeldes angekreidet wurde. Die großen Fische die im Hintergrund agieren, müssen viel mehr in Augenschein genommen werden, als die, die sich lediglich im großen Haifischbecken tummeln.

Um solche Machenschaften zu bekämpfen müsste zukünftig der Ansatz wesentlich multidisziplinärer sein sagte Europol. Es müssen alle Akteure einbezogen werden und nicht nur die kleinen Fische. Dies gelte für die Justizbehörden genauso wie für die Strafverfolgungsbehörden. Auch die Sport Gremien, sowie die Webbetreiber müssten an einem Strang ziehen. So könnte man schon in der Überwachung vieler Spiele sehen, wenn eine Manipulation von statten ginge.

Ebenfalls möchte Europol dieses Problem öffentlich machen. So soll es Befragungen geben, ob man seitens der Zuschauer beispielsweise Auffälligkeiten in einem Spiel gesehen habe.

Zusätzlich sollen Meldesysteme installiert werden, um freiwillige Informanten schützen zu können. Ebenso würden dadurch sämtliche Interessengruppen in einem Boot sitzen und auch hier gelte nur gemeinsam sein Mann stark und könnte die Problematik angehen. Sämtliche europäischen Mitgliedstaaten müssen jedoch an dieser Stelle an einem Strang ziehen. Gemeinsame Prioritäten sollen schon in naher Zukunft gesetzt werden.

Spanien und sein neues Kontrollsystem

Keine Diskussion wird so heiß geführt, wie die Wettmanipulation, die es derzeit in der Glücksspielbranche gibt. Dass man hier eine hohe Priorität hineingelegt hat, zeigt nicht zuletzt die MGA aus Malta, die neue Regelungen erlassen hat, sowie Großbritannien, bei denen es neue Services für Whistleblower gibt. Auch in der Bundesliga gab es erst vor Kurzem wieder einmal Wettmanipulationen, Deren Risiko von den Experten jedoch sehr unterschiedlich eingeschätzt wird.

Spanien ist nun der erste, der wirklich härter durchgreifen will. Hier gibt es eine nationale Kommission, die eingerichtet wurde, um Manipulationen gerade im Sportsektor zu bekämpfen. Hier wurde auch erst vor kurzen ein Sicherheitsplan ausgearbeitet und genehmigt, der dafür sorgen soll, dass es Betrügern wesentlich schwerer gemacht wird. Dieser Plan wird erst einmal für zwei Jahre getestet, und soll vom Verbraucherschutz beaufsichtigt werden. Dieser wiederum arbeitet mit vier Eckpfeilern.

Zunächst einmal wären da die Diagnose und Analyse. Des Weiteren muss die Problematik als Nächstes offengelegt werden und zu einer Sensibilisierung führen. Im dritten Punkt wird die Überwachung, nebst der Kontrolle eingesetzt. Die vierte Stelle steht dann dafür, dass die bereits vorhandenen Vorschriften untersucht werden, um bessere Verfahrensmethoden zu finden.

Dieses Konzept passt genau in den Ansatz von Europol. Der ja multidisziplinär sein soll. Mit einbezogen werden zukünftig nicht nur die nationale Polizei, sondern auch die Glücksspiel Behörden, der jeweils höchste Sportrat und weitere Betroffene. Diese höchsten Instanzen werden dazu aufgerufen, mit sämtlichen Sportverwaltungen zu kooperieren. Dazu gehört unter anderem der Fußballverband von Spanien und auch der Tennisverband. Ebenfalls mit ins Boot geholt wird der Verband für Fußballspieler in Spanien. Freiwillig haben sich folgende Wettanbieter diesem Kampf angeschlossen: Sportium, GVC Holdings, Codere und Bet365.

Alexander Wellinger Photo Alexander Wellinger

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